Bauversicherung für Unternehmen: Risiken richtig absichern

ARI Blog Oktober V3
Bauvorhaben geplant? Erfahren Sie, wie Bauherrenhaftpflicht, Bauwesen- und Bauzeitversicherung zusammenspielen und Sie Deckungslücken vermeiden.

Eine neue Produktionshalle, ein Standortumbau oder die Erweiterung der Logistik: Bauprojekte sind für Unternehmen eine Investition in die Zukunft. Doch wo enge Zeitpläne, hohe Budgets und zahlreiche Beteiligte zusammenkommen, entstehen Risiken. Wer bezahlt, wenn beim Nachbarn Risse auftreten oder ein Bauunfall bereits fertiggestellte Bauteile beschädigt?

Viele Unternehmen verlassen sich darauf, dass die beteiligten Baufirmen ausreichend versichert sind. Im Schadenfall zeigt sich jedoch häufig: Zwischen der Haftung der Bauherrschaft und den Versicherungen der ausführenden Betriebe können Lücken entstehen. Gleichzeitig verursachen überschneidende Deckungen unnötige Kosten.

Eine gut abgestimmte Bauversicherung schafft Klarheit – bevor der erste Spatenstich erfolgt.

«Wenn etwas passiert, haftet die Baufirma.» Wirklich?

Die Baugrube ist ausgehoben, die Arbeiten laufen nach Plan. Dann meldet sich der Nachbar: An seiner Fassade sind Risse entstanden. Wer übernimmt den Schaden?

Die Antwort ist weniger eindeutig, als viele denken. Als Bauherrschaft können Sie für Schäden an Nachbarliegenschaften auch ohne eigenes Verschulden haften. Die Haftpflichtversicherung eines ausführenden Betriebs greift hingegen nur, wenn dieser für den Schaden haftet. Dass eine Firma auf Ihrer Baustelle arbeitet, bedeutet also noch nicht, dass deren Versicherung jeden Schaden übernimmt.

Hier setzt die Bauherrenhaftpflichtversicherung an: Sie übernimmt berechtigte Forderungen im versicherten Umfang und wehrt unberechtigte Ansprüche ab. Damit schützt sie Ihr Unternehmen vor finanziellen Belastungen durch Schadenersatzforderungen.

Praxistipp: Lassen Sie den Zustand benachbarter Gebäude vor Baubeginn dokumentieren. Ein Rissprotokoll hilft, bestehende Schäden von möglichen Folgen der Bauarbeiten zu unterscheiden.

Drei wichtige Säulen für die Absicherung Ihres Bauvorhabens

Welche Versicherungen braucht ein gewerbliches Bauprojekt? Entscheidend sind das Vorhaben, die bestehenden Policen und die kantonalen Vorgaben. Im Zentrum stehen drei Bausteine:

1. Bauherrenhaftpflicht: Schutz bei Schäden an Dritten

Werden durch die Bauarbeiten Personen verletzt oder fremde Sachen beschädigt, können Ansprüche gegen die Bauherrschaft entstehen. Die Bauherrenhaftpflicht prüft diese Forderungen, bezahlt berechtigte Ansprüche und wehrt Unberechtigte ab. Prüfen Sie vorab, ob Ihre bestehende Betriebshaftpflicht das Bauherrenrisiko bereits einschliesst – und bis zu welcher Bausumme.

2. Bauwesenversicherung: Schutz für das entstehende Bauwerk

Ein Gerüst stürzt um und beschädigt die neue Fassade. Oder ein Bauteil fällt bei der Montage auf die bereits erstellte Bodenplatte. Die Bauwesenversicherung deckt unvorhergesehene Sachschäden am Bauwerk im vereinbarten Umfang. Bei Umbauten ist besonders wichtig, ob und wie die bestehende Bausubstanz mitversichert ist. Auch der Schutz bei Diebstahl hängt von den jeweiligen Versicherungsbedingungen ab.

3. Bauzeitversicherung: Schutz bei Feuer und Elementarereignissen

Feuer und Naturereignisse können bereits während der Bauphase erhebliche Schäden verursachen. Die entsprechende Absicherung erfolgt je nach Kanton über die kantonale Gebäudeversicherung oder einen privaten Versicherer. Welche Vorgaben und Versicherungspflichten für Ihr Bauprojekt gelten, sollte deshalb frühzeitig geklärt werden.

Doppelt versichert bedeutet nicht doppelt geschützt

Generalunternehmen, Fachplaner und Handwerksbetriebe bringen eigene Versicherungen mit. Schliesst die Bauherrschaft zusätzlich eine übergreifende Projektversicherung ab, können sich Deckungen überschneiden.

Die Folge: Es werden möglicherweise mehrfach Prämien für dasselbe Risiko bezahlt, während andere Risiken ungedeckt bleiben.

Ein sorgfältiger Abgleich schafft Transparenz:

  • Bestehende Deckungen prüfen: Was ist bereits über Unternehmens- und Projektpolicen versichert?
  • Verantwortlichkeiten festlegen: Wer schliesst welche Versicherung für welche Beteiligten ab?
  • Lücken und Überschneidungen erkennen: Wo braucht es Ergänzungen, wo lassen sich Doppelspurigkeiten reduzieren?
  • Veränderungen berücksichtigen: Passen die Deckungen noch, wenn neue Unternehmen, Maschinen oder zusätzliche Bauetappen hinzukommen?

So setzen Sie Ihr Versicherungsbudget gezielt ein und behalten die Absicherung auch bei Projektänderungen im Blick.

Praxistipp: Legen Sie bereits in den Werkverträgen fest, wer welche Versicherung abschliesst, und lassen Sie sich die Versicherungsnachweise vorlegen.

Klare Absprachen. Passende Deckung. Mehr Sicherheit.

Baurisiken entstehen oft dort, wo Verantwortlichkeiten ineinandergreifen. Deshalb braucht es neben passenden Versicherungen eine klare Kommunikation zwischen Bauherrschaft, Planern und ausführenden Betrieben.

ARISCO Risk Consultants unterstützt Sie dabei, diese Schnittstellen frühzeitig zu prüfen. Als unabhängiger Versicherungsbroker analysieren wir bestehende Verträge, erkennen mögliche Deckungslücken und stimmen die Absicherung auf Ihr Bauvorhaben ab. Dabei stehen die Risiken Ihres Unternehmens und eine verständliche, persönliche Beratung im Mittelpunkt.

Sie planen einen Neubau, Umbau oder eine Erweiterung? Lassen Sie Ihre Bauversicherung vor Baubeginn prüfen. Unsere Spezialistinnen und Spezialisten in Rotkreuz, Herisau und Egg bei Zürich beraten Sie gerne.

Ihre Ansprechpersonen:

Roger Vogt

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Mandatsleiter | Fachspezialist Bauversicherung

+41 41 545 68 58

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